jeudi, mars 29, 2007

Le deuxième semestre


Schon lange wollte ich ein kurzes Resümee zum zweiten Unisemester an der "Université Lumière Lyon 2" erstellen.
Denn das zweite Semester hat längst begonnen, beinahe neun von sechzehn Uniwochen (gut, dazu zählen auch zwei Ferienwochen) sind bereits abgearbeitet - das Bergfest ist sogar schon geschafft...! Im Gegensatz zur Uni in Deutschland wurde hier nämlich direkt nach den Klausuren munter weiter studiert. Es gab zwar eine inoffizielle Ferienwoche, die Sarah und ich in Paris verbrachten, aber seit Ende Januar drücken wir hier nun schon wieder die Unibank. Da musste wieder ein neuer Stundenplan gebastelt werden, vielen Kursen wurde ein Besuch abgestattet und anschließend die Spreu vom Weizen getrennt, also nur die für mich interessanten Kurse herausgefiltert etc. Tja, das ist mir diesmal auch besser gelungen, da ich inzwischen den nötigen Durchblick hatte und die Kurse bewusster auswählte. Zudem hielt ich mich auch nicht mehr so am Stundenplan meines gewählten Studienjahres (ich wählte den Master 1, was dem 4. Studienjahr entspricht, in dem ich auch gerade in DL wäre) fest, sondern besuchte auch Kurse aus anderen Jahren und Studienrichtungen. So erstellte ich mir einen abwechslungsreichen Stundenplan, mit dem ich recht zufrieden bin, da mich die Kursinhalte interessieren und nicht überfordern.
Das zweite Semester ist im Vergleich zum ersten ein wahrer Segen. Die Uni ist bekannt, die Räume sind relativ problemlos auffindbar, die Gesichter in den Kursen sind weitestgehend noch vom ersten Semester im Gedächtnis gespeichert, die Professoren sind wesentlich besser zu verstehen und es geht nun endlich auch um Inhalte und nicht nur um das bloße Auffassen der produzierten Fremdsprache aus dem Munde eines Muttersprachlers. Natürlich verstehe ich noch immer nicht jedes Wort und auch beim Mitschreiben verliere ich oft genug den Faden, bekomme nur die Hälfte mit... Das liegt aber auch an der noch immer nicht besonders weitreichend ausgeprägten Fertigkeit des Mitschreibens mit Hilfe der gängigen Abkürzungen, die ein Mysterium für sich sind, über dessen Vielfalt sich das Verfassen eines Extraposts glatt lohnen würde... Vielleicht entführe ich Euch ja demnächst einmal in die weite Wunderwelt der französischen Abréviations?
Abschließend möchte ich festhalten, dass wir hier früher in den Sommer starten dürfen, da wir keine langen Winterferien gemacht haben, nämlich bereits ab Mitte/Ende Mai.

samedi, mars 24, 2007

Verebbende Besucherwelle

Bevor es an Aktualität verliert, werde ich Euch noch vom Abschluss meiner Besucherwelle berichten, den Ulli bildete, die bald ihre Zeit im Franzosenland beenden wird. Sie kam zum vergangenen Wochenende, einen Tag nach Petas Abreise, und durfte das allmähliche Einziehen des Möchtegernwinters in Lyon miterleben... Kalt und verregnet ward es glücklicherweise erst nach ihrer Abreise, aber der vorher dauerhaft strahlend blaue Himmel verdichtete sich mit Wolken und der Weitblick über die Stadt war uns während ihres Aufenthalts nicht mehr vergönnt, da ein Dunstschleier die Stadt bedeckte.

Dennoch verlebten wir ein paar schöne und entspannte Tage hier in Lyon, hörten gute Lifemusik (Jazz und Balkanmusik), ließen uns einmal im Restaurant bewirten und legten quatschend so einige Fußmärsche in den kleinen Gassen Lyons zurück und entspannten uns mit Heamin bei einem Picknick im Park. Auch Ulli empfand Lyon als eine sehr schöne Stadt, womit sich nun einmal zusammenfassend festhalten lässt, dass bisher alle meine Besücher von Lyon begeistert waren.
Ja, Lyon ist wirklich schön, meine Zeit hier wird immer kürzer und beläuft sich inzwischen auf nicht mehr als drei Monate. Mitte April treffe ich mich, am Ende meiner Ferienwoche, mit Christopher in Paris, wo wir ein Wochenende Urlaub machen werden. Anschließend fahren wir nach Lyon, um dort unsere letzte gemeinsame Woche während meines Auslandsjahres zu verleben!
Anfang Mai erwarte ich Maike, die im ersten Semester das Lyoner Erasmusleben mit mir teilte und meine Eltern werden mich in der zweiten Maiwoche besuchen. Sogar der Abschlußbesuch steht schon fest: Basit und Toni werden hier Anfang Juni noch ein verlängertes WE genießen. Und Mitte Juni heißt es dann für mich Abschied nehmen vom locker leichten Franzosenleben, denn mein Praktikum ruft...

lundi, mars 19, 2007

Frühling lässt sein blaues Band...

Da wollte ich Euch gerade etwas vom Frühling vorschwärmen, der die Herzen mit seinem Vogelgezwitscher und den sprießenden Pflanzen erfreut, da zeigt sich prompt der Winter noch einmal von seiner allerbesten Seite!
Nachdem wir hier in Lyon in den vergangenen zweieinhalb Wochen durchgehend gutes Wetter und milde Temperaturen zu verzeichnen hatten, die die Pflanzen zum Blühen und die Blätter zum allmählichen Austreiben bewogen haben, ist nun der Winter zurück. Der Himmel ist grau, die Temperaturen sind schlagartig von 16°C auf 6°C gesunken, meine Haut spielt verrückt und die Welt ist nicht mehr ganz so bunt wie zuvor. Es ist kühl, der Wind pfeift einem die Kälte nur so um die Ohren und peitscht den Regen ins Gesicht... brrr...., aber es war irgendwie klar, dass der Frühling nicht einfach so die Oberhand gewinnen kann, ohne dass der Winter noch einmal ein bisschen aufbraust. Nun kann ich meinen Glauben an die Jahreszeiten wieder stärken und diesen Winter nicht mehr ganz so einfach als einen Möchtegernwinter abstempeln!

Dennoch, ich bleibe optimistisch und verkünde mit den Worten von Eduard Mörike:

"Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist's!
Dich hab ich vernommen!"

(Denn er wird schon wiederkommen!)

mercredi, mars 14, 2007

Blaue Stunde

In den vergangenen Tagen besuchte mich mein Cousin Peta hier in Lyon. Täglich strahlte die Sonne vom blauen Himmel herab, die Luft erwärmte sich meist auf 16°C und das Photographenherz schlug höher und höher... Wenn da nicht die Sache mit der "verlorenen" Tasche gewesen wäre...
Denn Peta hatte sich per Easyjet auf den Weg gen Lyon aufgemacht und erreichte am Donnerstagabend (08.03.) Genf. In die Jugendherberge musste er sich dann ohne seine Tasche aufmachen, da sich diese selbständig auf eine kleine Reise über folgende Städte aufgemacht hatte: Hamburg-Basel-Belfast-London-Stansted-Lyon. Die Tasche ließ sich insgesamt vier Tage Zeit, die Peta ohne seine Klamotten bei mir verweilen musste, was er mit viel Humor aufnahm. Freitagmittag trafen wir uns also am Bahnhof in Lyon und seine sehnlichsten Wünsche waren frische Klamotten, die wir auch gleich im nahe gelegenen Einkaufszentrum, dem Part Dieu, ergatterten. Kreativität war beim Photographieren gefragt, denn seine halbe Photoausrüstung befand sich in der REISEtasche.
Das strahlende Wetter verlockte ihn zum Photo-
graphieren, doch zwei seiner drei Akkus waren leer, so dass er sich in Zurückhaltung üben musste. Dennoch gelangen ihm viele schöne Schnapp-
schüsse und Peta machte mich auf die "blaue Stunde" aufmerksam. Bemerkt hat diese sicher schon jeder, für das Photographen-
auge ist dies eine ganz bestimmte Zeit der Dämmerung zwischen Sonnenuntergang und nächtlicher Dunkelheit bzw. die Zeit kurz vor dem Sonnenaufgang (doch das haben wir uns erspart).
Am Montag Mittag erhielt Peta dann endlich den heiß ersehnten Anruf, dass seine Tasche auf dem Weg nach Lyon sei und er sich zwischen 14 und 18 Uhr in der Wohnung aufhalten möge. Nachdem sie gegen 16 Uhr eintraf, inspizierte er erst einmal das Zettelknäuel, das sich inzwischen an den Trageschlaufen gebildet hatte. Über das Internet versuchten wir dann die zugehörigen Städte zu den Abkürzungen heraus zu finden und rekapitulierten, dass die Tasche statt ins Flugzeug gen Genf in das gen Basel verfrachtet wurde und von dort Großbritannien unsicher gemacht hatte. Irgendwie war die Tasche dann letztendlich fast etwas überflüssig, da Peta sich inzwischen mit seinen erworbenen Klamotten angefreundet und abgefunden hatte, dennoch genoss er es, sein Lieblingshemd anzuziehen, eine Riesenladung KINDERprodukte auszupacken, die er der WG spendete, sein Akkuladegrät endlich nutzen zu können und das Stativ mit zur Abenddämmerung zu nehmen, um Panoramaphotos an der Saône zu schießen. Auf die Ergebnisse dürfen wir gespannt sein!
Insgesamt verflog die Zeit nur so und wir entdeckten erschreckend viele Ähnlichkeiten bei uns, die wir unserem hohen Verwandtheits-
grad zuschrieben. In der WG lebte er sich auch gut ein, ließ in der Küche eine, schon lange von Charline und Mathias geplante, aber nie in die Tat umgesetzte, Umräumaktion Wirklichkeit werden, und genoss das leichte Leben in Frankreich. Lyon zeigte sich wirklich von seiner schönsten Seite, was ich auf die Tatsache zurückführe, dass Peta ein Sonntagskind ist und eben einfach Glück hat. Und vielleicht wurde somit ja auch die verschwundene Tasche etwas entschädigt?

mercredi, mars 07, 2007

Wetternachtrag

Wie es der Zufall will, begann es am heutigen Nachmittag aus heiterem Himmel zu regnen. Vormittags strahlte noch die Sonne vom blauen Himmel. Und so kam es, dass nicht jeder seinen Schirm parat hatte, weshalb mir etliche Platiktütenkopfbedeckungen über den Weg liefen... Diese Franzosen, sie sind wirklich aus Zucker!

mardi, mars 06, 2007

Mode

Franzosen ist scheinbar nicht so schnell kalt wie Deutschen. Oder halten wir lieber fest, ihnen ist scheinbar nicht so schnell kalt wie mir, der Oberfrostbeule. Jedenfalls ist es immer wieder erstaunlich für mich, wie schnell die Lyonnaisen ihre Wintermäntel zu Hause lassen. Sobald ein paar Sonnenstrahlen den Tag begrüßen, müssen die Stiefel den neuesten Ballerinas weichen, die Hosen werden immer kürzer, Socken trägt Frau gar nicht mehr und die Mäntel werden zum Sommerschlaf verbannt und (wenn überhaupt) gegen Frühlingsjacken ausgetauscht. Es mag ja sein, dass hier, etwas südlicher in Europa, der Frühling eher einzieht... Zumindest sieht die Natur schon sehr nach Frühling aus, da die Bäume seit einigen Wochen ihre Knospen und Blüten nur so um die Wette sprießen lassen. Dennoch ist es für mich noch lange nicht so warm, dass ich den Mantel in den Schrank verbannen würde.
Wenn es hier dann einmal regnet, dann sind die Lyonnaisen richtig zimperlich. Es ist wirklich merkwürdig, aber die Leute hier scheinen wirklich alle aus Zucker zu sein, denn sobald nur ein paar Regentropfen auf die Erde tröpfeln, spannen sie ihre Regenschirme, die sie an bedeckten Tagen immer alle mit zu haben scheinen, sofort auf.
Was mir noch aufgefallen ist, ist, dass Frau hier im Winter fast ausschließlich einen Mantel trägt. Jacken sind nicht beliebt und richtig dicke Winterschuhe schon gar nicht. Egal wie kalt, egal wie glatt, sie trägt immer Stiefel... und friert lieber als sich warm anzuziehen, hauptsache modisch schick und hübsch hergerichtet! Auch ältere Damen laufen hier immer sehr gepflegt herum. Sie sind meist geschminkt und tragen edle Stoffe und schönen Goldschmuck. Die Männerwelt könnte sich davon, meiner Meinung nach, ein paar Scheibchen abschneiden, denn viele lassen sich hier, im Gegensatz zur auffällig hübsch gemachten Frauenwelt, ziemlich gehen.

C. BONIN - M. ROTHBLEZ - J. PAPLOW

Seit einer Woche ist es nun Wirklichkeit - ich stehe ganz offiziell mit an der Eingangstür, am Briefkasten und an der Wohnungstür!!! Seit Dienstag, dem 27.02.2007 darf ich mich hier in der Straße nun so richtig heimisch und zugehörig fühlen...

Tja, leider kostet uns dieser viermonatige Spaß ein kleines Vermögen, noch kenne ich die ungeheure Unsumme nicht genau, doch wenn ich mich nicht verhört habe, so waren mehr als 60€ dafür im Gespräch! Verhindern ließ sich dieser Bürokratismus, nein Oberbürokratismus, leider nicht, auch nach einigem Hin und Her, Wenn und Aber in der Agence konnten wir unserer Zuständigen diesen Floh nicht aus dem Ohr nehmen und die Last der auf uns zukommenden Unkosten nicht mehr von uns abwenden. Und das, wo doch sonnenklar ist, dass ich nicht länger als bis Mitte/Ende Juni diese WG mit meiner Anwesenheit beglücken werde, denn danach ist mein Gastaufenthalt im Franzosenland doch erst einmal wieder zu Ende. Aber nein, Ordnung muss sein und Kosten dürfen keinesfalls gescheut werden, besonders nicht, wenn man im ersten Arrondissement in einem schicken Haus mit vielen Familien wohnt (wobei mir beim Abstieg gen Ausgang auffiel, dass an jeder zweiten bis dritten Wohnungstür besagtes Namensschild NICHT vorhanden ist).

lundi, mars 05, 2007

Eine fröhliche Quartettwoche


In der vergangenen Woche beherbergte ich gleich drei Männer hier in der WG. Denn nachdem sich Chrüschi (bei meinem Weihnachts-
aufenthalt in DL) für unser nächstes Wiedersehen und seinen zweiten Besuch bei mir in Lyon Ende Februar ausgesucht hatte, entschlossen sich mein Bruderherz und sein Freund Lars dazu, diese Gelegenheit beim Schopfe zu packen und auch mit nach Lyon zu kommen. So kam es nun also dazu, dass wir uns hier als Kleeblatt eine Woche die Zeit vertrieben. Zu Beginn der Woche gingen wir erst einmal los, um einen Großeinkauf zu tätigen. Anschließend führten Christopher und ich die Jungs durch die Innenstadt, damit sie sich einen ersten Eindruck von Lyon verschaffen konnten. Leider spielte das Wetter in den ersten Tagen April und wechselte ständig, so dass wir die Regenschirme immer parat haben mussten. Aufgestanden sind die Drei meistens gegen Mittag und wir aßen dann immer ganz gemütlich unser Frühstück und machten uns nachmittags auf den Weg in die Stadt. Ins Vieux Lyon zog es uns des Öfteren, da es zu Fuß recht nahe liegt und einfach schön ist. Auch auf den Berg fuhren wir hoch, statteten dem Théâtre Gallo Romain einen Besuch ab und schossen herrliche Panorama-
photos von Lyon vom Platz vor der
Basilique Notre Dame de Fourvière, der einen Rundumblick auf die Stadt ermöglicht. Einen Nachmittag zog es uns an die Stelle, an der die Saône in die Rhône fließt. Nicht besonders spektakulär, aber doch interessant. In der WG herrschte eine gute Stimmung, man unterhielt sich auf Englisch, oder rief mich zur Hilfe, wenn die Kommunikation scheiterte. Das französische Fernsehen wurde auch begutachtet und für schlecht befunden (kein Wunder, dass ich hier nie TV gucke, denn die dargebotenen Sendungen sind wirklich eine schlechter als die andere und es gibt nur selten etwas, das wirklich interessant ist). Abends kochten wir uns immer ein schönes Menü, nach dem es sich richtig gut schlafen ließ. Im Parc de la Tête d´Or gingen wir einen Nachmittag ausgiebig spazieren. Joe und Lars fanden es wirklich ungewöhnlich, dass es kostenlos ist, obwohl es wie ein kleiner Zoo gestaltet ist und man dort viele Tiere Afrikas beobachten kann. Donnerstag fand hier ein Partyabend statt, der sich zu einem spontanen Pokerabend entwickelte, den Johannes dann gewann. Anschließend spazierten wir zusammen zur Rhône und ließen den Abend bei schlechter Musik und hohen Getränkepreisen auf einem etwas schwankenden Schiff ausklingen, was nicht jedem Magen wohl bekam. Einen Nachmittag wollten wir dem "Musée d´Art Contemporain" (moderne Kunst) einen Besuch abstatten, doch da hatte ich die Rechnung ohne die Kulturbanausen gemacht, so dass dann letztendlich nur Christopher und ich die aktuelle Ausstellung ansahen, die wirklich gut war, während die anderen Beiden sich den Crayon (Turm in Lyon) von innen ansehen wollten. Dies gelang ihnen nur bedingt, da es ein Büroturm ist und sie zwar mit einem netten Herren in die 16. Etage hochfahren konnten, dort dann aber nichts weiter als einen langen Flur mit Türen zu sehen bekamen. Auch diesmal verflog die Zeit wieder viel zu schnell und so mancher Plan konnte nicht mehr in die Tat umgesetzt werden, aber vielleicht ja beim nächsten Mal?!





Die Jungs beim steilen Abgang vom Berg, im Hintergrund meiner Person versuchte ein Franzose ein kleines Angriffs-
manöver, weshalb alle so schön strahlen!

samedi, mars 03, 2007

Millau



In Frankreich gibt es zwischen dem Winter- und dem Sommer-
semester
keine
zweimonatige
Semester-
ferienpause
wie in Deutschland.
Dafür haben wir aber zwischendrin immer mal wieder eine Ferienwoche und das Semester endet schon Mitte Mai. Der Beginn der Februarferienwoche liegt nun schon wieder gut zwei Wochen zurück. Zu Beginn der Ferien verweilte Nicole noch bei mir, Mittwochnachmittag machte ich mich dann aber auf gen Millau, um Maries Familie einen Besuch abzustatten. Marie ist eine Französin, die von August 1999 bis Juni 2000 bei uns in Klink in der Familie lebte, mit uns zur Schule ging und bei uns Deutsch lernte. Ihre Familie hatte mich seit September schon des Öfteren zu sich eingeladen, doch ich hatte die Ferien meist schon anders verplant, aber im Februar sollte es nun endlich so weit sein.
Die Zugfahrt war etwas kompliziert, da es in Frankreich kaum Ost-West-Verbindungen gibt, sondern hauptsächlich Nord-Süd-Verbindungen. Drei Stunden verbrachte ich in einer Bummelbahn, genoss die vorüberziehende französische Landschaft und landete dann in Montpellier. Dort hätte ich eigentlich zwei Stunden auf den Anschlusszug warten müssen. Maries Eltern beschlossen aber, mich vom Bahnhof in Montpellier abzuholen. Zum Glück kamen sie nicht nur meinetwegen nach Montpellier. Denn sie besuchten einen Freund im Krankenhaus und nahmen ihn auch gleich mit zu sich nach Hause, da er gerade entlassen wurde. Sehr praktisch!
Nach einer guten Stunde Autofahrt erreichten wir dann den Hof. Es gab gleich ein reichhaltiges drei Gänge Menü und anschließend gingen wir alle recht bald schlafen. Am nächsten Vormittag setzte ich mich ein bisschen mit der französischen Grammatik auseinander.
Nachmittags fuhren Maries Mutter und ich dann zum Viaduc, der höchsten und längsten Schräg-
seilbrücke
der Welt, bei
deren Aufbau
beide Söhne
der Familie
mitgewirkt haben.
Wir gingen später ins Museum Millaus, wo wir viele alte Töpfereien, schöne Lederhandschuhe und eine Ausstellung alter Lampen sahen. Abends kam dann auch Marie nach Hause.
Am Freitag machten wir zusammen noch einmal einen Abstecher in die Stadt, guckten uns ein paar edle Lederhandschuhe in verschiedenen Läden an, deren Herstellung in Millau Tradition hat. In einem Werk kann man sogar bei der Fertigung der Handschuhe zusehen.
Außerdem fuhr Marie mit mir noch einmal ganz dicht an den Viaduc heran, so dass wir dort richtig gute Photos machen konnten.
Zwischendurch gab es immer wieder sehr interessante Speisen, und besonders bei der Zubereitung der Süßspeisen sperrte ich meine Augen ganz weit auf und notierte mir die Grundrezepte... In Frankreich gibt es sowohl mittags als auch abends drei Gänge. Als Vorspeise wird meist ein Salat angeboten, darauf folgt dann der Hauptgang und zum Abschluss gibt es Käse zum Magen schließen oder etwas Süßes - je nach dem was eben vorbereitet wurde. Es war wirklich immer alles sehr lecker und Maries Mutter gab sich große Mühe damit, mir etwas zuzubereiten, was ich noch nicht kannte. Als ich mich am Samstagmittag dann zusammen mit Régis, Maries Bruder, auf den Rückweg machte, bekamen wir noch allerhand Leckereien für die kommende Woche mit auf den Weg. Es waren wirklich schöne Tage in Millau und wie schon bei meinem letzten Besuch, im Sommer 2004, war ich von der schönen Lage Millaus in diesem sanften Tal fasziniert.

mercredi, février 21, 2007

Besucherwelle

"Schöne Stadt, schöne Stadt, schöne Stadt!" lautete Nicoles Resümee, nachdem sie ein paar durchweg schöne Sonnentage in Lyon verlebt hat. Damit ist die Besucherwelle bei mir nun eröffnet und die heiße Phase hat begonnen... Denn nachdem Nicole sich nun ein paar Tage hier vergnügte, werde ich am kommenden Wochenende Christopher, Johannes und Lars hier für eine Woche willkommen heißen. Hoffentlich lässt sich die Sonne dann auch so fleißig blicken wie in den letzten Tagen. Im März haben sich Peta und Ulli angemeldet und im Mai kommen meine Eltern für eine Woche vorbei. Wer also noch ernsthafte Pläne hat, mich hier auch einmal mit einem Besuch zu beehren, sollte sich bei der Umsetzung der Pläne lieber nicht mehr zu viel Zeit lassen.
Was haben Nicole und ich hier in den vergangenen Tagen erlebt? Sie kam am Donnerstagabend aus Angers angereist, wo sie im vergangenen Jahr ein Erasmusjahr verlebte und ein paar Freunde besucht hatte. Mit einem Lyonnaisen im Gepäck, Max genannt, machten wir uns dann auch so manchen Abend auf den Weg in teilweise recht "abartig" eingerichtete Wohnungen oder statteten ein paar Kneipen einen Besuch ab. Das Kino wurde auch frequentiert und die vielen sehenswerten Sehenswürdigkeiten in Lyon besucht. Am Samstag fand beispielsweise in der Oper ein Tag der offenen Tür statt, bei dem wir uns abends zu einem Hip Hop Battle einfanden, was wirklich toll war! Vom Vormittag sahen wir meist nichts, da wir diesen verschliefen, denn die Nacht wurde in den letzten Tagen des Öfteren zum Tag gemacht.
Nicole hatte zudem das Glück, dass Mathias und seine Freunde am Abend ihrer Ankunft ein Racletteessen bei uns veranstalteten. Diese Form des Raclettes, das ausschließlich aus Käse, Wurst (Aufschnitt) und Kartoffeln bestand, kannte ich so noch nicht. Denn bei uns zu Hause gab es neben dem obligatorischen Käse immer auch eine Vielfalt an geschnippeltem Gemüse als Beilagen dazu. Doch Mathias erklärte uns, dass dies in den Bergen ein typisches Raclette sei, da es einem viel Energie gibt! Geschmeckt hat es uns allemal und auch an Getränken mangelte es nicht. Wir ergaben insgesamt eine lustige und sehr gesellige Runde und später am Abend trudelte dann auch noch Charline mit ein paar Freunden bei uns ein.
Heute mache ich mich nun endlich einmal auf den Weg nach Millau, um Marie, einer Französin, die von 1999-2000 ein Jahr bei uns in der Familie wohnte, und ihrer Familie einen Besuch abzustatten. Ich bin schon sehr gespannt was mich dort erwartet und werde nach meiner Rückkehr davon berichten.

mardi, février 13, 2007

Ma vie dans une colocation francaise

Im Januar bin ich schnurstracks in meine neue colocation (WG) gezogen. Mit dieser Wohnung, die zentral gelegen, modernisiert, aufgeräumt, hell und schön ist, hatte ich wirklich Glück. Oder einfach damit, dass meine beiden Mitbewohner Charline und Matthias sich damals für mich entschieden. Es ist schön in einer Franzosen-WG zu leben. Jeder Gast, der mich hier besucht, ist zuerst einmal von zwei Dingen begeistert: 1. Dem riesigen Salon, mit Blick auf die nur einen Katzensprung entfernt liegende Oper und 2. von der herrschenden Ordnung und Sauberkeit in der Wohnung. Für mich ist das nicht bemerkenswert, sondern normal und auch nicht übertrieben sauber, aber ich erwähne es hier, da schon einige Leute bemerkten, wie proper es hier doch ist...
Meine beiden colocs fahren - wie es eigentlich dem Klischee nach alle französischen Studenten tun - regelmäßig an den Wochenenden nach Hause zu ihren Eltern. Also habe ich die Wohnung an den meisten Wochenenden für mich, was nicht wirklich schlecht ist. Wir haben auch keine Waschmaschine vor Ort (das war wirklich ein großer Luxus in der alten Wohnung), was die Häufigkeit der Elternbesuche sicher noch zusätzlich erklärt. Aber es ist immer wieder schön zu sehen wie sich unser Kühlschrank nach ihrer Rückkehr jedes Mal auf wunderbare Weise füllt. Wir kaufen die meisten Lebensmittel zusammen ein, wobei Matthias einen Wurst- und Fleischanteil bekommt für den Charline und ich uns Obst und Gemüse leisten. Es gibt also für jeden eine kleine Extrawurst. Beim Einkauf wird auf die günstigsten Produkte zurückgegriffen. Wenn nun aber die Beiden von ihren Eltern zurückkommen, tauchen jedes Mal einige ausgewähltere Nahrungsmittel im Kühlschrank auf, irgendwie lustig. Aber ich darf mich dann ja auch mit an diesen besonderen Speisen laben. Und wer hat das nicht auch selbst so gemacht, ist zum Waschen zu seinen Eltern gefahren und hat sich von ihnen ein paar Leckereien mitgeben lassen?!

Le deuxième semestre


Schon lange wollte ich ein kurzes Resümee zum zweiten Unisemester an der "Université Lumière Lyon 2" erstellen.
Denn das zweite Semester hat längst begonnen, beinahe neun von sechzehn Uniwochen (gut, dazu zählen auch zwei Ferienwochen) sind bereits abgearbeitet - das Bergfest ist sogar schon geschafft...! Im Gegensatz zur Uni in Deutschland wurde hier nämlich direkt nach den Klausuren munter weiter studiert. Es gab zwar eine inoffizielle Ferienwoche, die Sarah und ich in Paris verbrachten, aber seit Ende Januar drücken wir hier nun schon wieder die Unibank. Da musste wieder ein neuer Stundenplan gebastelt werden, vielen Kursen wurde ein Besuch abgestattet und anschließend die Spreu vom Weizen getrennt, also nur die für mich interessanten Kurse herausgefiltert etc. Tja, das ist mir diesmal auch besser gelungen, da ich inzwischen den nötigen Durchblick hatte und die Kurse bewusster auswählte. Zudem hielt ich mich auch nicht mehr so am Stundenplan meines gewählten Studienjahres (ich wählte den Master 1, was dem 4. Studienjahr entspricht, in dem ich auch gerade in DL wäre) fest, sondern besuchte auch Kurse aus anderen Jahren und Studienrichtungen. So erstellte ich mir einen Stundenplan, mit dem ich recht zufrieden bin, da mich die Kursinhalte interessieren und nicht überfordern.
Das zweite Semester ist im Vergleich zum Ersten ein wahrer Segen. Die Uni ist bekannt, die Räume sind relativ problemlos auffindbar, die Gesichter in den Kursen sind weitestgehend noch vom ersten Semester im Gedächtnis gespeichert, die Professoren sind wesentlich besser zu verstehen und es geht nun endlich auch um Inhalte und nicht nur um das bloße Auffassen der produzieten Fremdsprache aus dem Munde eines Muttersprachlers. Natürlich verstehe ich noch immer nicht jedes Wort und auch beim Mitschreiben verliere ich oft genug den Faden, bekomme nur die Hälfte mit ... Das liegt aber auch an der noch immer nicht besonders weitreichend ausgeprägten Fertigkeit der Abkürzungen, die ein Mysterium für sich sind, über dessen Vielfalt sich das Verfassen eines Extraposts glatt lohnen würde... Vielleicht entführe ich Euch ja demnächst einmal in die weite Wunderwelt der französischen Abréviations?
Abschließend möchte ich festhalten, dass wir hier früher in den Sommer starten dürfen, da wir keine langen Winterferien gemacht haben, nämlich bereits ab Mitte/Ende Mai.

mercredi, février 07, 2007

Pass Culture

Zu Beginn des ersten Semesters nahm ich das Angebot eines "Pass Culture" an. Denn für nur 33€ beinhaltet dieser sieben Besuche in unterschiedlichen kulturellen Einrichtungen, wie z.B. in den zahlreich vorhandenen Theatern Lyons. Außerdem gibt es die Möglichkeit, die Oper zu besuchen und zum "Maison de la danse" zu gehen. Und genau diesen beiden Aufführungsstätten stattete ich in den vergangenen zwei Wochen einen Besuch ab. Am 26. Januar begab ich mich zum Maison de la danse, wo "Carmen" aufgeführt wurde. Diese Oper von Georges Bizet ist weltweit bekannt und vor einigen Jahren hatte ich sogar das Glück, sie selbst einmal spielen zu dürfen - mit dem Landesjugendorchester MV. Doch an diesem Abend kam es anders als erwartet - vieeel besser nämlich! Die Tänzer auf der Bühne begeisterten durch einen Mix aus Stepptanz und Flamenco, der einfach atemberaubend war und das Publikum gebannt zuschauen und zuhören ließ. Drei Gitarristen und drei sehr gute Sänger sorgten für den spanischen Sound, der wirklich sehr melodiös und stimmungsvoll war. Die Hauptthemen aus der Oper wurden über Lautsprecher eingespielt, um dem Zuschauer eine grobe Orientierung in der Handlung zu geben. Langweilig war es kein bisschen und der Stepptanz hat mich wirklich sehr beeindruckt. Das Publikum bedankte sich mit einem nicht enden wollenden Applaus und die Tänzer boten dafür eine Zugabe mit einer optimistischeren Endversion des Stückes, in der Carmen überlebt.
Gestern Abend wurde in der Oper "Eugène Onéguine" von P.I. Tschaikowski aufgeführt. Diese Oper dauerte gute vier Stunden, aber die Zeit verflog einfach. Die Bühnenbilder waren modern gestaltet und die gesamte Oper wurde auf russisch gesungen, weshalb es französische Untertitel zum Mitlesen gab. Die Musik gefiel mir ganz besonders, zumal das Orchester wirklich sehr gut spielte. Es war nicht so eine schrille Oper, sondern eine spannungsvolle, die durch relativ häufig wechselnde Szenen nicht langweilig wurde. Auch die Gesänge waren abwechslungsreich, da sich Solisten und Chor stetig abwechselten. Es macht wirklich Spaß das reiche Kulturangebot zu nutzen und nicht immer nur sein Geld ins Kino zu tragen...

lundi, janvier 29, 2007

Vaugneray



Am vergangenen Wochenende zog es mich hinaus ins grüne, naja weiße, Umland Lyons. Mit ein paar anderen, überwiegend deutschen, Erasmusstudenten machte ich mich am Sonntagvormittag auf den Weg. Wir fuhren ein gutes Stündchen mit einem Bus bis nach Vaugneray, von wo aus wir unsere kleine Wandertour durch die kühle, verschneite, leicht hügelige Winterlandschaft unternahmen. Es war wirklich idyllisch dort. Die aus insgesamt acht Personen bestehende Gruppe teilte sich nach einer Weile in zwei Gruppen, da der harte Kern eine drei Stunden Tour bewandern wollte, wohingegen der Rest die kürzere Tour vorzog. Dazu gehörte auch ich, da ich für den Abend bereits Karten für ein Konzert im Auditorium hatte und dahin nicht zu spät kommen wollte.



dimanche, janvier 28, 2007

Neulich im Supermarché

Da begab ich mich nach einer halben Ewigkeit endlich mal wieder zum Carrefour, wo sich dann Folgendes zutrug. Nachdem ich ein paar Lebensmittel in meinem Einkaufskorb angesammelt hatte, begab ich mich auf den Weg zur Kasse. Dazu ist anzumerken, dass die Kassen in Frankreich einem Schilderwald gleichen. Es gibt Kassen an denen nur mit Scheck oder Karte bezahlt werden kann, andere, bei denen man höchstens zehn Artikel einkaufen darf, Kassen für Leute, die sich die Einkäufe nach Hause fahren lassen, spezielle Kassen für Leute mit einer Bonuskarte und so weiter. Ich sah mich also etwas irritiert um und entdeckte an der Kasse meiner Wahl ein Schild, das ich nicht verstand. Also entschied ich mich lieber für die Kasse daneben. Dort hing auch ein Schild, welches ich aber nicht bemerkte. Doch darauf sollte ich noch hingewiesen werden...
Vor mir begann ein junges Paar mit Kinderwagen gerade damit, seine Waren auf dem Förderband abzulegen. Ich folgte ihrem Beispiel und wartete, denn an der Kasse verbringt man in Frankreich immer sehr viel Zeit. Plötzlich kam ein Opa mit seiner Frau im Rollstuhl angefahren und stellte sich direkt neben mich. Er begann ein kleines Gespräch mit dem Paar vor mir: "Sie haben einen Kinderwagen, gehen Sie vor." - "Aber sie haben eine Frau im Rollstuhl, gehen Sie ruhig vor!" - naja, so ging es ein paar Mal hin und her, bis das Paar sich dann zuerst abkassieren ließ und der Mann samt seiner Frau vor mir seinen Platz einnahm. Ich sorgte für ein bisschen Platz auf dem Fließband, indem ich meine Einkäufe zurückschob. Aus dem Nichts tauchte dann eine kleine, gebrechlich wirkende Oma auf, die mich ansprach und fragte, ob ich behindert sei. Ich, in der Blüte meiner Jugend und mir keiner körperlichen oder geistigen Behinderung meinerseits bewusst, verneinte diese Frage wahrheitsgemäß. Daraufhin meinte sie, dass dies doch aber eine Kasse für Behinderte sei. Nun begann ich endlich einmal meinen Blick gen Schilderwald zu heben. Direkt über mir erblickte ich es dann auch: Ein kleines Schild, auf dem ein Rollstuhl und eine schwangere Frau abgebildet waren, deren Bedeutung durch das in schwarzen Lettern gedruckte "Prioritaire" zusätzlich verstärkt wurde. Da war ich also eindeutig fehl am Platz! Das kommt davon, wenn man sich in Frankreich gedankenverloren an irgendeine, relativ kurz wirkende, Kasse anstellt... Doch die Oma hatte Mitleid mit mir und reihte sich erst hinter mir ein, zumal ich nur drei Kleinigkeiten hatte.
Ich finde es aber schön, dass es hier noch solche Vorzüge gibt und werde es in Zukunft sicher nicht mehr wagen, mich gedankenlos in irgendeine Schlange einzureihen...

jeudi, janvier 25, 2007

Olympique Lyonnais versus Bordeaux

  Posted by Picasa
Gestern Abend begann meine Karriere als Fußballstadienbesucherin. Denn ich war das erste Mal in meinem Leben live bei einem Fußballspiel anwesend. Und das hier in Lyon. Zusammen mit Maike machte ich mich auf den Weg gen "Stade de Gerland", DEM Stadion in Lyon. Viele Fans begleiteten uns und zeigten, was man so mitbringen kann. Neben dicken Thermohosen und Decken gab es Zeitungen, Wollmützen, Wollpullover, Schals etc. zu begutachten. Aber es war wirklich saukalt hier. Ich hatte mir einen Fanschal ausgeliehen, den ich mir zum Wärmen um die Ohren wickelte. Das Stadion war mit 35.305 Personen recht gut gefüllt, wir setzten uns auf einen etwas weiter oben gelegenen Platz, von dem wir beide Hälften und somit auch beide Tore gut im Blick hatten. OL startete in weißen, Bordeaux in anthrazitfarbenen Trikots.
Bereits nach zwei Minuten fiel das erste Tor für Bordeaux, ein Elfmeter nach einem von uns nicht bemerkten Foul... Das zweite Tor der Gegner ließ dann auch nicht sehr lange auf sich warten. Für mich war es lustig die Fans, überwiegend männlich, zu beobachten und sie jedes Mal wenn es brenzlig wurde aus ihren warmen Sitzen springen zu sehen. Sie gingen richtig mit, brüllten, fluchten und feuerten ihre Mannschaft an. Die Gesänge kamen mir recht bekannt vor, da es in Deutschland zumeist die gleichen Melodien zu hören gibt. Beispielsweise "Zieht den Bayern die Lederhosen aus" oder "Wir werden Sieger sein, schalalalala...", aber mit französischen Texten. Dennoch half das alles nichts und auch das Tor in der zweiten Halbzeit brachte OL nichts mehr, da Bordeaux mehr Glück hatte und die wenigen Angriffe auch verwandeln konnte, wohingegen OL seine Chancen oft leichtfertig verspielte. So kam es, dass der Endstand nach gut 93 kalten Minuten 2:1 für die Gäste aussah, obwohl es direkt vor dem Abpfiff beinahe noch zum Ausgleich gereicht hätte, aber eben nur beinahe. So bedeute dies gestern die erste Heimniederlage OLs in dieser Saison. Ich hatte trotzdem meine wahre Freude!

Startschwierigkeiten

Nachdem ich nun zum erste Mal Frankreichs Hauptstadt bereist habe muss ich sagen, dass sich mein Bild von Lyon etwas verändert hat. Paris ist riesig gegen Lyon und absolut die Stadt in der das Leben tobt. Dagegen kommt mir Lyon plötzlich ganz unschuldig vor, obwohl es auch hier geheimnisvolle Orte gibt. Im Gegensatz zu Paris stört in Lyon nicht so viel Verkehr, da man versucht hat, diesen außen herumzuleiten. Man sieht hier auch eher selten die richtig reichen Leute, was in Paris einfach an der Tagesordnung war. Aber schicker angezogen als in Deutschland sind die Franzosen auf jeden Fall - egal ob in Paris oder in Lyon.
Bei der Reise mit dem TGV nach Paris hatten wir sowohl auf der Hin- als auch auf der Rückreise je eine Stunde Verspätung. Es war wirklich hammerhart, als Sarah und ich am Freitagmorgen kurz nach halb Acht am Bahnhof Perrache ankamen und auf der Anzeigetafel hinter unserem Zug "supprimé" lesen mussten. Zuerst haben wir das Wort lieber nicht richtig verstanden und sicherheitshalber bei einer Französin nochmal nachgefragt. Doch diese erklärte uns, dass der Zug ausfallen würde. Schock! Und nun? Wir hasteten zum Schalter, um dort positivere Nachrichten zu erhalten, doch der Mann antworte nur kühl, dass der Zug punkt Acht ab Part Dieu fahren würde, ohne auf uns zu warten und wir das wohl nicht mehr schaffen würden und eben den Zug eine Stunde später nehmen sollten. Leicht gesagt, wenn man Platzkarten hat und die dann im folgenden Zug von anderen Personen - berichtigter Weise - besetzt werden!
Ich meinte nur zu Sarah, dass wir das Unmögliche schon schaffen und zum Part Dieu fahren. Da es keinen Zug dorthin gab mussten wir die Tram nehmen. 15 Minuten später und kurz nach Acht erreichten wir den Part Dieu und rannten ins Hauptgebäude. Die Anzeigetafel überraschte uns dann mit "15-20 Minuten Verspätung" unseres Zuges. Da war die Freude natürlich groß! Der Zug fuhr auch bald in den Bahnhof ein, nur standen wir noch eine halbe Stunde vor verschlossenen Türen. Wieso, weshalb, warum? Ja, wer nicht fragt bleibt dumm..., aber jemanden zum Fragen fanden wir nicht und die Anderen standen ja auch ganz ruhig da... Also schlossen wir uns dem allgemeinen abwartenden Verhalten der restlichen Mitfahrer an und begutachteten diese. Und dann ging es doch noch irgendwann los!
Auf der Rückfahrt spielte uns dann das Wetter einen Streich. Wir waren diesmal 15 Minuten vor Abfahrt des Zuges am Bahnhof und versuchten den Bahnsteig ausfindig zu machen, auf den wir uns begeben sollten. Vergeblich! An der Anzeigetafel gab es in der Spalte für unseren Bahnsteig nur ein blaues Kästchen zu sehen, was bedeutete, dass wir nicht im "Keller", sondern oberirdisch abfahren sollten. Also stellten wir uns in Reichweite der Tafel und warteten ab. 21:00 Uhr, eigentlich die Abfahrtszeit unseres TGV und noch immer hatte es keine Durchsage diesbezüglich gegeben... Die Mitwartenden begeisterten mich mal wieder durch ihre Arschruhe, die sie, also die Franzosen im Allgemeinen, in solchen Situationen an den Tag zu legen pflegen. Einfach verrückt! In Deutschland hätten sich schon viele aufgeregt, aber die Franzosen bleiben ganz locker. Fehlende Informationen scheinen sie einfach nicht zu stören und Zeit haben sie scheinbar auch immer. Sie machten eher Witze darüber. Ich glaube, dass die ständigen Streiks hier in Frankreich einfach einen abhärtenden Effekt auf die Menschen haben. Denn wenn gestreikt wird, muss man mit Wartezeiten und Komplikationen rechnen. Und wenn der Zug nicht angezeigt wird, dann wartet man hier eben, still und ruhig, liest Zeitung oder sonst was, aber aufgeregt wird sich da sicher nicht! Irgendwann kam dann für unseren Zug gen Lyon doch eine Ansage, nämlich die, dass er auf Bahnsteig C zur Abfahrt bereit steht und die Passagiere gebeten werden, sich dort einzufinden. Das taten wir dann auch und wurden während der Heimreise von einigen merkwürdigen Geräuschen begleitet, die Schneehaufen, die von einem schnellen Zug weggerissen werden, eben so machen...
In Lyon angekommen, war es wirklich wahr: Schnee in Lyon! Er pieselte nasskalt vom Himmel auf uns herab..., aber am nächsten Morgen konnte ich diesen Anblick dann doch genießen und mich daran erfreuen. Nun hat uns ein eisiger Wind im Griff, nur Frau Holle ist Lyon noch nicht so gut gewogen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden!
 
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La capitale

 

Zurück aus Paris, gibt es hier nun ein kleines Resümee:

In Paris... laufen die schicken Leute herum
In Paris... gibt es viele Sehenswürdigkeiten, von denen man vorher schon einmal etwas gehört hat
In Paris... gibt man viel Geld aus
In Paris... vereint sich jung und alt, hübsch und hässlich, arm und reich
In Paris... ziehen sich Gegensätze einfach an
In Paris... sind die Schranken an der U-Bahn noch undurchdringlicher als in Lyon

...Paris... ist die Capitale Frankreichs - und das auch zu recht!

Es hat Spaß gemacht in die teuren Geschäfte zu luschern, bei Fouchon einen ehrfürchtigen Blick auf die vielen kleinen leckeren Teuereien zu werfen, die Schickeria bei ihrer Modenschau entlang der prall gefüllten Straßen zu beobachten und sich den Schnäppchenjägern bei ihren Streifzügen durch etliche Läden anzuschließen, die bereits zum zweiten Mal ihre Preise gesenkt hatten ("deuxième démarque"). Dies hatte zur Folge, dass das Portemonnaie um einige Geldscheine erleichtert wurde, dafür aber auch der Kleiderschrank mal wieder etwas abbekommen hat.
In Paris steht nicht nur sein Wahrzeichen - der Eiffelturm, sondern auch der Arc de Triomphe, von dem aus viele Straßen in alle Himmelsrichtungen sternförmig abgehen, die gotische Kathedrale Notre-Dame und die Basilika Sacré-Coeur. Der Louvre und das Centre Pompidou stellen bereits von außen sehr eindrucksvolle Museen dar, bei denen sich aber auch ein Blick hinter die atemberaubende Fassade lohnt. Es gibt viele große Boulevards, kleine Gassen, tausende von sauteuren, teuren, mittelteuren, erschwinglichen, günstigen und billigen Läden. Café trinken kann man auch in Paris wunderbar und fast überall, die Preise variieren dabei jedoch stark - je nach Viertel, in dem man sich gerade befindet.
Paris bietet neben seinen vielen Sehenswürdigkeiten eine Vielzahl bedeutender Museen und schöner Ausstellungen, wunderschöner Kirchen (z.B. Saint Etienne du Mont), guter Restaurants... - doch um all das wirklich erschließen zu können, reichen ein paar Tage nicht aus.
Um Euch (m)einen kleinen visuellen Eindruck nicht vorzuenthalten, folgen nun ein paar Bilder.

Blick auf den Louvre
 
Blick aus dem Louvre
 
Centre Pompidou
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Sacré-Coeur
 
Ein zentraler Platz
 
Zwei vor dem Eiffelturm
 
La Tour Eiffel et moi
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Froschperspektive
 
Glitzerkleid
 
Galerie Lafayette
 
Caféatmosphäre
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jeudi, janvier 18, 2007

Konzert N° 2

Wie bereits vor einiger Zeit als ein höchstwahrscheinlich desaströs verlaufendes Ereignis angekündigt, fand nun am Montagabend zum zweiten Mal der Höhepunkt in der Insa-Orchesterhalbjahreslaufbahn statt - das zweite Konzert. Das erste Konzert wurde bereits vor den Ferien und ausschließlich für die studentische Gesellschaft ohne Kleingeld im Portemonnaie (also gratis) gegeben. Es verlief dann sogar - ganz entgegen meiner Erwartungen - recht gut. Ich habe mich so schlecht wie noch nie darauf vorbereitet und gepfuscht was das Zeug hält. Interessant war, dass beim Betreten der Bühne mein angesessener Stammplatz besetzt war und ich ihn erst zurückerkämpfen musste. Eine feste Sitz- und Pultordnung wird hier nämlich nicht besonders ernst genommen, es verläuft eher nach dem Motto: "Wer nicht kommt zur rechten Zeit, der muss sehn was übrig bleibt!".
Das zweite Konzert wurde nun für das gehobenere Publikum mit dem vorhandenen Kleingeld und in einem angemessenen Konzertsaal gegeben. Die Leute kamen, zwar spärlich, aber immerhin konnten wir das Parkett gut füllen, in den Rängen sah es dafür aber recht mager aus. Wir spielten auch diesmal recht gut und konnten das Publikum mit Werken von Berlioz, Schumann und Prokofjew begeistern. Nur das moderne Stück von Combier, das dieser extra für das Orchester komponiert hatte, konnte die Zuhörer nicht zu Begeisterungsstürmen hinreißen... Aber so ist das mit den modernen Stücken, wenn man sie nicht selber spielt, ist man meistens nicht schon beim ersten Hörerlebnis davon zu überzeugen.

Auf in die Hauptstadt!

Nachdem Sarah und ich uns in den vergangenen zwei Wochen mit den Examen herumgeplagt haben, gönnen wir uns in der nun anstehenden Ferienwoche einen Ausflug in Frankreichs Hauptstadt. Für mich ist es der erste Besuch in Paris und ich bin schon sehr gespannt was mich dort alles erwartet... Eine ausführliche Berichterstattung folgt dann in der kommenden Woche.